Von Vegetariern hört man oft, dass sie es in China schwer hätten. Das stimmt irgendwo auch, denn, obwohl zu einem chinesischen Essen massenweise verschiedenes Gemüse, von Aubergine über gebratenen Spinat bis hin zu knusprigen Lotuswurzeln, genauso auf den Tisch gehören, wie knusprige Ente, gebratenes Rindfleisch oder gar Hühnerfüße, finden Vegetarier in China selbst in ihrer Gemüsesuppe ab und zu ein paar Fleischstücken- es gehört einfach zum Geschmack.
Doch hat auch rein vegetarisches, oder sogar veganes Essen in China bereits Tradition.
Denn strenge Buddhisten, insbesondere Mönche und Nonnen, dürfen kein Fleisch essen, weshalb in den Klöstern von China eine ganz besondere Kochkunst entwickelt wurde, die ganz ohne Fleisch auskommt, aber dennoch unglaublich vielfältig ist. Es werden nämlich nicht nur verschiedenste Gemüsesorten zubereitet, sondern mit Tofu, Algen, Seitan (Weizeneiweiss) und Pilzen “Falsche Fleischgerichte” kreiert, die den Buddhisten eine fleischlose Ernährung ermöglichen, ohne auf Abwechslung und herzhafte Geschmacksrichtungen, die in der chinesischen Küche so wichtig sind, verzichten zu müssen.
So kostete ich in China zum ersten Mal “vegetarische Ente”, “Taro-Rollen mit Hack” oder sogar “Fischfilet” (aus Algen und Soja), und war tatsächlich begeistert, kannte ich aus Deutschland doch nur den manchmal etwas faden weißen Tofu, der mir heute nur noch frisch schmeckt (im Asialaden erhältlich) oder die stets gleich schmeckenden “Tofuwürstchen”.
Seitdem ist für mich ein Besuch in den heute zahlreichen, teilweise trendigen Vegetarischen Restaurants in Shanghai oder anderen größeren Städten jedes mal Pflicht, wenn ich in China bin.
Umso aufgeregter war ich, als ich neulich ein neues Restaurant hier in Hamburg entdeckte, das Happy Vegetarian, so der niedliche Name, in dem indonesisch-chinesisch gekocht wird, und die Köchin eben genau diese asiatische Kochkunst des “fleischlosen Fleisches” gekonnt angewandt wird.
Bei meinem ersten Besuch hatte ich “veganen Fisch”, der eine angenehme Konsistenz hatte, geschmacklich super war und außen mit Nori-Algen umhüllt, was eine passende Kreation war. Die Aubergine mit Zitronengras und Tomaten war so schmackhaft, dass ich sie bei meinem zweiten Besuch gleich wieder bestellte. Mit meinen drei Begleitern bestellte ich außerdem “Pikante Ente”, tatsächlich mit krosser “Haut”, die konnte ich mir auch mit Rotkohl und Klößen vorstellen!- außerdem Saté-Lammspieße, was fleischmäßig zu unserem Favoriten wurde. Der indonesische Wasserspinat eine perfekt gewürzte Beilage, die mich an die echte chinesische Küche erinnerte.
Die Preise für die großen Portionen sind mehr als Fair (besonders der Mittagstisch) und außerdem kann man die Fleisch(losen)kreationen auch als Probierportion bekommen.
Mein Fazit: Unbedingt ausprobieren!!
Happy Vegetarian
Löwenstraße 12
20251, Hamburg Eppendorf





Hallo Laura,
Gratuliere zu Deiner website!
Ich glaube ich muß auch mal ins Happy Vegetarian gehen.
Meistens lande ich aber im Man Wah auf der Reeperbahn gegenüber der Esso Tankstelle.
Probier das mal aus.
Gruß
Ahmad
Hi Ahmad,
Da bin ich aber froh, dass schon jemandem mein Blog gefällt!:) Hab schon immer ein ganz schlechtes Gewissen, weil er noch so leer ist…;) Im Man Wah war ich noch nicht, werd ich mal testen, danke für den Tipp!